VW Kübelwagen und die Europameisterschaft 1996

Autor : Alex Reinhardt

Es war ein warmer Sonntag im Juni im Jahr der Fußball-Europameisterschaft. Deutschland stand im Finale gegen Tschechien und wir wollten mit unserer Männerrunde Grillen. Bevor wir uns jedoch trafen, entschied „Mann“ im Falle eines deutschen Sieges mit dem VW Kübelwagen von Alex über die Hamburger Reeperbahn zu „cruisen“  oder zu „zuckeln“.

Kleine Macken

Egal wie robust der Kübelwagen auch war, ein paar Macken hatte er im Laufe der Zeit leider angesammelt. Der Schalthebel löste sich nach circa 20 Mal Schalten und musste dann immer wieder in die Verankerung gehämmert werden, was den Angstschweiß schon im Vorfelde tropfen ließ. Doch die viel größere Angst bestand wohl darin, dass das deutsche Team die Tschechen nun womöglich unterschätzte, nachdem man sie in der Vorrunde locker besiegt hatte.

Beim legendären und einzigen „Golden Goal“ der Fußball-Geschichte waren die anderen Macken des „Kübels“ schon vergessen (wie oft mussten wir ihn anschieben…?). Zu fünft machten wir uns mit runter geklappter Frontscheibe und wehender Deutschlandfahne auf den Weg zur Reeperbahn.

Jubel – Trubel – Heiterkeit

Was für ein Freudentaumel! Dazu vom Jubeln rote Köpfe im gelb-schwarz lackierten Wagen, passend zu den Nationalfarben. Auf der Reeperbahn angekommen ging es nur noch im Schritttempo weiter, was unzählige Fußballfans gnadenlos ausnutzten. Die Anzahl an „Beifahrern“ ließ sich zeitweilig nicht mehr abschätzen, denn ständig sprangen mehr Fans in den offenen Kübelwagen. Auf der „Kofferraum-Haube“ standen unbekannte, Fahnen schwingende Fans. Ich hoffte, dass die Polizei ein Auge zudrücken würde, aber sie drehte gemütlich eigene „Runden“.

Ausklingen lassen

Der Wagen füllte sich nicht nur mit allerlei „Kram“, sondern so langsam auch mit Bier. Zum Glück hatte der VW Kübelwagen im Boden eingelassene Abflussöffnungen… Irgendwann ging es müde aber glücklich zurück nach Hause. Die Sitze aus Plastik und der Blechboden machten das Reinigen des Kübels am nächsten Tag relativ einfach: den Gartenschlauch nehmen und die Schmutz- und Bierreste wegspülen! Die Erinnerungen sind aber bis heute erhalten geblieben.

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